Jub Mönster  

Biografie

1949 geboren in Oldenburg
1972 – 1975 Hochschule für Gestaltung, Bremen
1980 Gründungsmitglied der Gesellschaft für Aktuelle Kunst
1989 Gastdozent an der Kunstakademie Trondheim, Norwegen
2008 Arbeitsaufenthalt in der Casa Zia Lina, Elba (Schweiz)
2010 European Festival of Monumental Painting 2010, Danzig

Auszeichnungen
1983 Stipendium der Stadt Wilhelmshaven
          1. Preisträger Wettbewerb „Radio Bremen“ und Ausführung
          2. Preisträger Wettbewerb „Bremer Parkplatz GmbH“ und Ausführung
1991 3. Preis, Wandbemalung der Stadt Ibbenbüren
2005 2. Preisträger „Imke Folkerts Preis für bildende Kunst“

Einzelausstellungen
2011 Galerie Anna-Maria Burger, München
2010 Kunstverein Kaponier, Vechta
          Galerie Klose, Essen
          Villa Ichon, Bremen
2009 Kunstkreis Hameln
          Galerie Rossella Junck, Berlin
          „Art Walk“, Hart Gallery, Palm Desert, USA
          „Streetlife“, Kunstfoyer am Langenweg, Oldenburg

Gruppenausstellungen
2011   'Sightzeichen 10', Galerie Klose, Essen
           Kunstpreis 2010 'Orient-Okzident', Rosenheim Museum, Offenbach
           Kunstfrühling, Güterbahnhof, Bremen
           'Heimliche Helden', Designhuis, Eindhoven, Niederlande
            Galerie Anna-Maria Burger, München
           'art Karlsruhe', Galerie Brennecke, Berlin
            O's Gallery, Jeonbuk, Südkorea
            'Hidden-Heroes', Das gelbe Haus, Flims, Schweiz
2010 Premio Internazionale Limen Arte, Vibo Valentia, Italien
          Kunstverein Potsdam
          'Germania in Galleria', Galleria Bianca Maria Rizzi, Mailand
          'Afrika', Galerie Anna-Maria Burger, München
         85. Herbstausstellung Hannover, Kunstverein Hannover
         'Heimliche Helden', Vitra Design Museum, Weil am Rhein
         '35ster Spieltag', Galerie Kramer, Bremen
         'Im Norden', Landesmuseum, Oldenburg
         'Faszination - Fragment', Kunstverein Potsdam, Berlin

 

Jub Mönster ist ein Freund des Speziellen im Beiläufigen. Er sucht und entdeckt versteckte Geschichten in Fotofunden, erweckt Pointen und Anekdoten in Zeichnungen und Malerei. Die Menschen in den meisten Bildern von Jub Mönster sind unterwegs, und viele Schauplätze in den Fundsachen oder Kompositionen des Künstlers sind Orte des Transits. Nicht zuletzt ist der Künstler selbst ein Vielreisender, den es an ferne Orte zieht oder der über mediale Hinterlassenschaften Reisen in andere Biografien unternimmt. Jub Mönster ist der Prototyp des Flaneurs. Er liebt die Rolle des Beobachters. Er sammelt Geschichten und Gesichter, wobei er dem Bild das Bildhafte bewahrt, Menschen und Geschehen nicht ausdeutet, sondern den Betrachter mit schauen und staunen lassen will über die buchstäblichen Merkwürdigkeiten und die Möglichkeiten des Lebens. Viele von Mönsters Serien sind Langzeitprojekte. Das künstlerische Interesse füttert den Routenplaner, das Konzept vom Gleichklang Kunst und Leben ist kaum zu übersehen. Bei aller offenkundigen Fokussierung der Figuren pflegt Mönster auch die Distanz, die den Flaneur kennzeichnet. Das Vorübergehende, der Wechsel von Annäherung und Abwendung, die Scharfstellung der Figur im allgemeinen Getümmel ist seinen Bildern ebenso eingeschrieben wie der eigene Blick. Die Stadt, die Menschen, die Öffentlichkeit in ihrem Reichtum sind Geschenk und Herausforderung für unser Beachtungspotenzial. Der Betrachter rückt unmerklich mit ins Bild, das Betrachten selbst wird zum Thema. Mehr als die detektivische und detaillierte Recherche liebt und befördert Mönster die Schubkraft von Bildern für die individuellen Assoziationen des Betrachters. Er hält seine Bilder offen. Nicht zuletzt sind es unsere eigenen Geschichten, die wir dort finden. Mönsters Bildtafeln sind selbst Schauplätze der Wahrnehmungskunst und Beobachtungsintensität. Eine gute Bilderzählung, die Mensch, Ereignis und Raum sprechen lässt, ist immer die gelungene Verknüpfung aus Figur und Form. Sie führt uns mit unserem Blick und unserem Erinnerungsgepäck in vertraute und in unbekannte Welten zugleich.

Dr. Rainer Beßling, Kulturjournalist, Bremen